Die Strahlentherapie oder die Behandlung mit Strahlung ist eine der Methoden zur Therapie von onkologischen (aber auch einigen nicht-onkologischen) Erkrankungen.
Sie wird am häufigsten in Verbindung mit einigen anderen Arten der Behandlung angewendet, wie z. B. einer Operation oder einer Chemotherapie. Derzeit unterziehen sich ungefähr 50% der Krebspatienten einer Strahlentherapie. Die Strahlentherapie soll entweder den Tumor sofort heilen oder zumindest die durch den Tumor verursachten Probleme lindern.
Die Anfänge der Strahlentherapie reichen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück, genauer gesagt bis zum 8. November 1895. An diesem Tag entdeckte der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen in seinem Labor einen neuen, bislang unbekannten Strahlentyp. Im Januar des folgenden Jahres präsentierte er seine Entdeckung auf einer Konferenz von Wissenschaftlern und nannte das Phänomen X-Strahlen. Später wurden diese ihm zu Ehren in Deutschland in „Röngenstrahlen“ umbenannt.
Fälle von geheiltem Brust- und Hautkrebs gehörten zu den ersten erfolgreichen Experimenten mit der Strahlentherapie. Ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Geschichte der Strahlentherapie ist die Entdeckung des Ehepaars Curie, die Gammastrahlung von Radium 226. Diese fand dann ihre Verwendung bei der Behandlung von Krebs.
In den folgenden Jahren wurde ionisierende Strahlung zur Behandlung eingesetzt. Die Instrumentierung war zu diesem Zeitpunkt jedoch alles andere als perfekt, was dazu führte, dass nicht genügend Strahlung in den Tumor eintreten konnte. Eine Verbesserung kam erst in den 1950er Jahren, als hochenergetische Kobaltemitter in der klinischen Praxis eingesetzt wurden. Gleichzeitig wurde Radium 226 durch sicherere künstliche Radioisotope ersetzt, die direkt in den Tumor eingeführt wurden.
Gleichzeitig wurden in den USA erstmals Protonen aus Teilchenbeschleunigern zur Behandlung von Krebs eingesetzt. Die Protonentherapie wird immer beliebter, da sie gesunde Gewebe und Organe viel weniger belastet als die konventionelle (Photonen-) Strahlentherapie.
Die Welt der Strahlentherapie hat in den letzten 20 Jahren die größten Fortschritte gemacht, nicht zuletzt dank immer besserer Geräte. Mit Hilfe von Computerprogrammen ist nun eine dreidimensionale Modellierung der Strahlungsdosisverteilung möglich. Unter anderem hat sich der Kenntnisstand über die biologischen Wirkungen von Strahlung sowohl auf zellulärer als auch auf molekularer Ebene erheblich verbessert.